Jede Zunge soll bekennen . . . Andacht beim Weilerhoffest am 02.06.2013

Als Grundlage meiner Andacht habe ich den heutigen Lehrtext aus den Losungen gewählt. Die Losungen werden seit 1731 veröffentlicht. Für jeden Tag des Jahres wird ein Bibeltext aus dem alten Testament gezogen – also gelost – daher auch der Name Losungen. Dazu kommt ein – in der Regel dazu passender – Vers aus dem neuen Testament, genannt Lehrtext.

Der Lehrtext für diesen Sonntag kommt aus dem Brief an die Philipper Kapitel 2, Vers 11 und lautet: Alle Zungen sollen bekennen dass Jesus Christus der Herr ist, zur Ehre Gottes des Vaters.

Alle Zungen sollen bekennen dass Jesus Christus der Herr ist, zur Ehre Gottes des Vaters.

Wenn Sie diesen Satz hören, was verbinden Sie damit? Was geht Ihnen durch den Kopf? Was löst er bei Ihnen aus?

Vielleicht denken Sie: Herr sein – ist das nicht ziemlich altertümlich? Wir sind in einem demokratischen Land, man ist vielleicht mal Chef, aber das kann sich auch schnell wieder ändern.

Oder denken Sie: Sehr Intolerant. Wieso sollten alle Menschen bekennen, dass Jesus der Herr ist? Was ist mit Mohammed, was ist mit Buddah, was ist mit Allah?

Oder Sie fragen sich vielleicht: warum ehrt es den Vater, wenn die Menschen Jesus als Herrn bekennen?

Und was soll das überhaupt heißen: alle Zungen? Komischer Ausdruck…

Um den Satz besser verstehen zu können, ist es hilfreich ihn im Zusammenhang zu lesen.

Paulus schreibt diesen Satz am Ende des sogenannten Christushymnus im Philipperbrief. Man kann davon ausgehen, dass der Christushymnus ein frühes, ein urchristliches Lied war, dass die ersten Christen bei ihren Zusammenkünften gemeinsam gesungen haben.

Ich lese diesen Hymnus mal vor, und zwar einmal in der Lutherübersetzung und einmal in einer neueren Übersetzung – diese heißt Neue Genfer Übersetzung:

Er (und mit diesem Er ist Jesus gemeint), der in göttlicher Gestalt war, hielt es nicht für einen Raub, Gott gleich zu sein, sondern entäußerte sich selbst und nahm Knechtsgestalt an, ward den Menschen gleich und der Erscheinung nach als Mensch erkannt. Er erniedrigte sich selbst und ward gehorsam bis zum Tode, ja zum Tode am Kreuz. Darum hat ihn auch Gott erhöht und hat ihm den Namen gegeben, der über alle Namen ist, dass in dem Namen Jesu sich beugen sollen aller derer Knie, die im Himmel und auf Erden und unter der Erde sind, und alle Zungen bekennen sollen, dass Jesus Christus der Herr ist, zur Ehre Gottes, des Vaters.

Er, der Gott in allem gleich war und auf einer Stufe mit ihm stand, nutzte seine Macht nicht zu seinem eigenen Vorteil aus. Im Gegenteil: Er verzichtete auf alle seine Vorrechte und stellte sich auf dieselbe Stufe wie ein Diener. Er wurde einer von uns – ein Mensch wie andere Menschen. Aber er erniedrigte sich ´noch mehr`: Im Gehorsam gegenüber Gott nahm er sogar den Tod auf sich; er starb am Kreuz ´wie ein Verbrecher`. Deshalb hat Gott ihn auch so unvergleichlich hoch erhöht und hat ihm ´als Ehrentitel` den Namen gegeben, der bedeutender ist als jeder andere Name. Und weil Jesus diesen Namen trägt, werden sich einmal alle vor ihm auf die Knie werfen, alle, die im Himmel, auf der Erde und unter der Erde sind. Alle werden anerkennen, dass Jesus Christus der Herr ist, und werden damit Gott, dem Vater, die Ehre geben.

Der Christushymnus, erzählt in wenigen Sätzen das, was auch als Evangelium bezeichnet wird. Der Christushymnus erklärt in wenigen Sätzen den Kern dessen, was den christlichen Glauben ausmacht.

Ich versuche es mal mit eigenen Worten zu sagen: Jesus der wahrhaftige Sohn Gottes – wird Mensch. Jesus verlässt den Himmel, um hier mit uns Menschen auf der Erde ein Menschenleben zu leben. Und mehr noch. Dieser Jesus lebt nicht nur mit uns, und zeigt uns, wie ein Leben mit Gott sein kann, Jesus gibt sein Leben am Kreuz für die Menschheit. Um uns Menschen mit Gott dem Vater zu versöhnen, stirbt Jesus am Kreuz von Golgatha. Jesu Tod ermöglicht es, dass wir Gott begegnen können. Und weil Jesus diesen Weg – vom Himmel, auf die Erde, bis hin zum gehorsamen Tod am Kreuz gegangen ist – deswegen ist alles Heil alleine in Jesus. Ohne Jesus keine Rettung. Ohne Jesus kein ewiges Leben. Mit Jesus aber, Versöhnung mit Gott und Erlösung für alle Ewigkeit.

Das Ganze mündet in dem letzten Satz – dem Lehrtext des heutigen Sonntags. Alle Zungen sollen bekennen dass Jesus Christus der Herr ist, zur Ehre Gottes des Vaters. Dieser Vers ist Ausdruck der großen Sehnsucht Gottes. Denn Gott will mit seinen Geschöpfen in Kontakt treten. Gott möchte, dass seine Geschöpfe Freude und Erlösung bekommen. Gott möchte, dass wir ihn als den erkennen, der er ist. Er ist Vater, Freund und Tröster. Er ist Sinn und Ziel unseres Lebens.

Und wenn wir Jesus als Herrn anerkennen, dann können wir mit diesem Vatergott in Kontakt, in Beziehung treten. Gott wirbt um unsere Aufmerksamkeit, er wirbt um unsere Liebe. Wie jemand, der verliebt ist und um den Partner wirbt, lässt er sich allerhand einfallen um unsere Aufmerksamkeit und unsere Liebe zu gewinnen. Und ganz zuletzt wirft er seinen Joker ins Rennen. Jesus!

In meiner Arbeit im Makarios habe ich sehr viel mit Muslimen zu tun. Persönlich kenne ich einige ehemalige Muslime, die Jesus als Herrn angenommen haben, sich haben taufen lassen und nun Christen sind. Die Geschichten wie das passiert ist sind völlig unterschiedlich. Aber was sie alle einheitlich berichten ist folgendes:

Als sie Muslime waren, taten sie das, was die Pflicht eines Muslims ist. Fünfmal am Tag beten, im Fastenmonat fasten, den Koran auswendig lernen … und vieles mehr. Doch was sie auch getan haben, sie konnten keinen Kontakt zu diesem Gott bekommen. Gott – Allah war unendlich weit weg für sie, egal wie stark sie versucht haben alles zu tun um Gott zu gefallen. Sie wußten, dass es Gott gibt, aber sie konnten ihn nicht wirklich kennen lernen. Erst als sie Jesus in ihr Leben gelassen haben, hat sich dies verändert. Seit Jesus Herr ihres Lebens ist, können sie mit diesem Gott in Kontakt treten, eine Beziehung haben. Gott ist nicht mehr unendlich weit weg – nein er ist ein Gott der bei ihnen ist.

Ich möchte nicht falsch verstanden werden. Was ich gerade erzählt habe soll nicht den Islam oder die Muslime abwerten. Es sind die persönlichen Aussagen von Menschen, die Muslime waren und Jesus kennen gelernt haben. Ich kenne viele Muslime, die freundliche Menschen sind, einige von ihnen sind sogar meine Freunde und ich würde niemals was schlechtes auf sie kommen lassen – was ich verdeutlichen will, ist der Unterschied, den diejenigen erlebt haben, die Christen geworden sind. Nämlich, dass sie mit Jesus endlich Kontakt zu diesem Gott haben können, den sie als Muslime schon so lange gesucht haben.

Ich fasse zusammen:

1. Gott hat Sehnsucht nach Beziehung zu jedem Einzelnen die wir heute Morgen hier sind

2. Gott lädt uns ein, durch Jesus IHN kennen zu lernen

Ich lade Sie ein, der Sehnsucht Gottes entgegen zu gehen. Gott hat bereits alles vorbereitet. Aber er will dass Sie ihn einladen. Herausfinden, ob das mit Jesus was taugt, kann man nur indem man es „ausprobiert“.

Wie das geht?

Zuerst: Durch ein Gebet. Das Gebet kann ganz einfach und kurz sein, z.B.

Jesus hier bin ich – ich will Dich kennen lernen. Amen

Dann: Durch das Lesen der Bibel. In der Bibel gibt es vieles Interessantes zu entdecken und für das eigene Leben mit zu nehmen. In der Bibel stellt sich Gott vor. Hier lesen wir was andere Menschen mit Gott erlebt haben. Nehmen Sie eine Bibel zur Hand, die Ihnen von der Übersetzung zusagt. Vielleicht ist die Lutherübersetzung ihnen bekannt und gefällt ihnen, aber wenn nicht, dann probieren Sie eine andere aus.

Und als drittes: Durch Gemeinschaft mit anderen Christen. Suchen Sie sich einen Gottesdienst der Ihnen gefällt. Suchen Sie andere Menschen, die Jesus nachfolgen. Da können sie im Pfarramt ihrer Kirchengemeinde anrufen, oder auch im CVJM Büro, um Kontakt zu bekommen.

Amen

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