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Drillisch? Nein Danke

Warum ich nie wieder einen Vertrag mit Drillisch machen werde!

Um was geht es?

Das kennt glaub (fast) jeder. Man schließt einen Vertrag mit einer Telefongesellschaft und erlebt irgendwelche komischen oder sehr ärgerlichen Dinge. Bisher war ich davon so gut wie gänzlich verschont gewesen. Doch in den letzten Monaten hab ich einiges nachgeholt.

Wie kann es sein, einen Vertrag zum 13.09.2019 abzuschließen und dann ungefragt einen Vertrag ab dem 29.062019 zu bekommen? Drillisch macht es möglich! Wie es dazu kam, bedarf ein wenig Ausführung.

Die Vorgeschichte

Ende 2016 schloß ich einen Mobilfunkvertrag mit Simply. Der war sehr günstig und da ich meistens in einer größeren Stadt unterwegs bin, war auch das O2 Netz kein Problem für mich. Was dann aber ärgerlich war: mir wurde keine Rufnummernmitnahme Gutschrift zugestanden. Begründung: mein vorheriger Anbieter war ebenfalls eine Marke von Drillisch. Grundsätzlich verständlich, aber zum einen ist es in der Vielzahl der Marken unter denen Drillisch firmiert nur durch Recherche möglich zu erfahren, welche Marke dazu gehört – zum anderen hätte mir das in der Übersicht angezeigt werden können, weil ich ja den vorherigen Anbieter angegeben hatte. Aber ich schluckte die Kröte – war ja günstig.

Die Details

Im Sommer 2019 machte mir simply dann das Angebot von Partnerverträgen. Die waren sehr günstig. Also schlug ich zu. Ein Vertrag lief zum 14.08. aus, einer war ein Prepaid, den neuen Vertrag wollte ich zum Geburtstag, dem 13.09. haben. Also passte das gut.

Nach Abschluss wurde mir bestätigt, dass die Portierung der einen Rufnummer geklärt war. Die andere Nummer würde noch dauern.

Kurz darauf der Hinweis, dass die andere Nummer nicht Portiert wäre, bzw. der Vertag noch nicht gekündigt. Ja, da hatte ich tatsächlich einen Fehler gemacht. Ich hätte den Prepaidvertrag kündigen müssen – was mir nicht bewußt war. Da es für mich nicht klärbar war, wie die Kündigung eines Prepaidvertrages aussehen muss, beschloss ich den Prepaidvertrag in einen Laufzeitvertrag mit einem Monat zu wandeln, dann zu kündigen und die Rufnummer zu portieren.

Am 26.09. bekam ich zwei Simkarten zugeschickt. Da hab ich mir nichts dabei gedacht, schließlich hatte ich ja zwei neue Verträge abgeschlossen.

Am 29.06. bekam ich folgende Email:

Sehr geehrter Herr Peschke, noch können wir Ihre Rufnummer nicht zu uns mitnehmen – nicht alle Voraussetzungen sind bisher gegeben. Wir haben deshalb eine vorläufige Rufnummer für Sie aktiviert – so sind Sie durchgehend erreichbar: 015xxxxxxxxx Was bedeutet das für Sie? Ihr Vertrag startet regulär am 29.06.2019. Ihre mitgebrachte Rufnummer wird, sobald alles abschließend geklärt ist, die vorläufige Rufnummer zu einem späteren Zeitpunkt ersetzen. Sie können sich jederzeit in Ihrer persönlichen Servicewelt unter – „Rufnummer mitbringen“ dazu auf dem Laufenden halten und Änderungen vornehmen. Ihre PIN- und PUK-Daten sehen Sie online in Ihrer persönlichen Servicewelt https://service.simplytel.de unter der Rubrik „Kundendaten“. Haben Sie Fragen dazu? Sie erreichen uns unter 06181 7074 010. Mit freundlichen Grüßen Ihr simply Kundenservice Drillisch Online GmbH

Ich dachte ich trau meinen Augen nicht. Wie konnte das sein. Also hab ich sofort ein „Ticket“ eröffnet:

Sehr geehrte Damen und Herren,
am 21.06. hab ich die Rufnummernübernahme zum 13.09.2019 für die Nummer 015xxxxxxxx beantragt.
Leider konnte diese Nummer von Ihnen nicht übernommen werden – vermutlich, weil es sich um einen Prepaid
Vertrag handelt. Diesen habe ich inzwischen in einen Postpaidvertrag geändert. Ursprünglich wollte ich diesen
kündigen um dann zu Simply zu wechseln.
Doch heute bekomme ich eine Mail, dass Sie mir eine neue Nummer zugeteilt hätten, da die alte nicht portiert
werden konnte. Der Vertragsbeginn sei der 29.06.19 – also heute! Das ist eine absolute Unverschämtheit. Ich
habe keinen Vertrag abgeschlossen, der zum 29.06. beginnen soll. Ich bitte, dies SOFORT zu ändern. Kosten
werde ich definitiv nicht übernehmen. Nur wenn dies reibungslos funktioniert, werde ich den Wechsel zu Simply
in Erwägung ziehen.
Mit nicht ganz freundlichen Grüßen Andreas Peschke

Die Antwort war leider nicht wie gewünscht:

Sehr geehrter Herr Peschke, vielen Dank für Ihre erneute Anfrage zum Vertragsbeginn.

Eine Gutschrift lehnen wir ab. Sie wurden bereits bei der Bestellung über die vorläufige Rufnummer informiert.
„Bei Entfall der Voraussetzungen einer Rufnummernmitnahme erhalten Sie eine vorläufige Rufnummer von
uns.“ Sie wurden mehrfach per E-Mail informiert, dass die Rahmenbedingungen zur Übernahme nicht erfüllt sind und
aufgefordert, dies mit dem Voranbieter zu klären. Diesen Aufforderungen sind Sie nicht nachgekommen, sodass der Vertrag am 29.06.2019 begann. Zuletzt
wurden Sie am 13.07.2019 informiert, dass entweder der Vertrag nicht gekündigt ist oder die Portierungskosten
noch nicht beglichen sind. Wir sind auf Ihre Mithilfe zur erfolgreichen Rufnummernmitnahme angewiesen und Sie befinden sich in der Mitwirkungspflicht. Bei dem monatlichen Paketpreis handelt es sich um ein nutzungsunabhängiges Entgelt, sodass dieser auch bei Nichtnutzung der Karte fällig ist. Rücklastschriften werden mit 10,50 EUR gemäß unserer Servicepreise berechnet.

Was ich von der Antwort hielt:

Ihr Erklärung ist nicht akzeptabel. Wenn ich eine Rufnummer zum 13.9. mitnehmen will, und damit der Vertrag
an diesem Tag beginnen soll, können Sie nicht am 29.6. einen Vertrag mit mir machen. Ob dieser Prozess nicht
anders zu machen ist, ist mir egal. Der Vertrag ist nicht wirksam. Letzte Aufforderung das zu ändern. Ich werde
keine Zahlungen tätigen, oder Abbuchungen akzeptieren. Meine Abbuchungsermächtigung ist hiermit zurück
gezogen. Unrechtmäßige Abbuchungen werde ich zurück buchen lassen. Unfreundliche Grüße.

Was tun?

Ich dachte ich dreh durch. Was macht man mit sowas? Natürlich hat simply trotzdem Geld von meinem Konto abgebucht. Trotz zurückgezogener Einzugsermächtigung. Soll ich wegen ein paar Euro und einem Unternehmen bei dem Kundenzufriedenheit offensichtlich nichts zählt, mein Zeit, meine Kraft etc. einsetzen um zu dem zu kommen, was ich meine, dass mein Recht sei?

Also hab ich mich an die Schlichtungsstelle für Telekommunikation gewandt, die sich nicht für zuständig erklärten. Dann an den Verbraucherschutz, die mir für meine Mühen dankten (ich hatte ausführlich geschildert, wie der Ablauf war), aber leider nichts für mich tun könnten. Da müsste ich mich schon an einen Anwalt wenden. Für weniger als 50 Euro vor Gericht ziehen? Nein.

Entscheidung

Also habe ich beschlossen alle drei Verträge bei Simply zu kündigen. Alle drei haben eine einmonatige Laufzeit, was in dem Fall super passt.

Doch falsch gedacht. Auch hier legte mir simply alle möglichen Steine in den Weg. Keine Reaktion. Vertröstung. Trotz mehrerer Fax mit Kündigung und Portierungsantrag ist bisher nur eine Rufnummer definitiv bestätigt, dass sie gekündigt ist.

„Witzigerweise“ bekam ich kurz nach der Kündigung einen Anruf von Drillisch – obwohl ich im Fax ausdrücklich darauf hingewiesen hatte, dass ich nicht wünsche angerufen zu werden! Der arme Callcenter Mitarbeiter wollte mir einen besseren Vertrag anbieten – oder den Wechsel zu einer anderen Drillisch Marke. Ich finde ich hab mich ihm gegenüber wirklich sehr fair verhalten, aber das war nicht einfach zu „händeln“.

Was ich aber auf jeden Fall machen werde: ausgehend von meinem ersten Fax, werde ich jegliche Abbuchung nach dem daraus errechneten gültigen Kündigungstermin zurück buchen. Dann muss sich Drillisch kümmern. Die Rufnummer ist dann halt weg. Die andere hatte ich glücklicherweise noch nicht übertragen. Shit happens.

Eigene Erfahrungen? Bitte kommentieren.

Edit: 30.09.2019

Nachdem letztlich dann doch noch alle Verträge gekündigt und die Rufnummern portiert werden konnten, stellt ich fest, dass die letzte Abbuchung von meinem Konto (bitte beachten, ich hatte die Einzugsermächtigung zurück gezogen – aber das nur zur Erinnerung), über 5 Euro höher war als auf der Rechnung ausgewiesen. Meine Rückfrage vom 20.09.2019!!! ist bis jetzt (30.09.2019) noch NICHT beantwortet.