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Freiheit für Palästina

Der Konflikt

Der Nahostkonflikt ist mal wieder in aller Munde. Raketen auf Israel, Luftangriffe der israelischen Luftwaffe, tote Zivilisten auf beiden Seiten (allerdings einige mehr „Palästinenser“) und auch tote Soldaten und Hamaskämpfer. Doch der Krieg bleibt nicht in Nahost, er kommt direkt hier nach Deutschland, kommt auf Facebook – ja sogar in mein geliebtes Jugendhaus. Seit Mai 1948 – kurz nach der Ausrufung des Staates Israel – gibt es kriegerische Auseinandersetzungen – eigentlich schon davor, auch wenn es damals noch keinen Staat Israel gab. Und wenn ich hier davon schreibe, dass Ägypten, Transjordanien, Syrien, Libanon und Irak, dem neuen Staat Israel den Krieg erklärten und an griffen, dann meine ich damit nicht: die haben Schuld! sondern es ist lediglich die Feststellung einer historischen Tatsache.

Statement des Autors

Bevor ich weiter schreibe stelle ich folgendes klar: egal welche Nationalität oder welchen Glauben oder Unglauben jemand hat – jeder Mensch ist wertvoll, gleich wertvoll. Und der Tod eines Menschen ist immer bedauerlich. Ich bin der Überzeugung, dass es in diesem Konflikt Täter und Opfer gibt, nur sind diese weder durch Religion, noch durch Staatsangehörigkeit zu definieren. Oftmals ist es vermutlich sogar so, dass Täter auch Opfer sind und Opfer auch Täter.

Freiheit für Palästina

Das hört sich gut an. Wer kann schon gegen Freiheit sein? Aber impliziert diese Aussage lediglich, dass Palästina ein freier Staat sein/ werden soll?
Mein Gefühl und wenn ich die Postings einiger Mitmenschen lese, die diesen Slogan verwenden ist, dass mehr damit gemeint ist (bei Einigen). Es meint Freiheit für Palästina und Tod für Israel. Das ist übrigens auch die zentrale Aussage des „Grundgesetzes“ der Hamas: Die Vernichtung Israels.
Dieser Blogbeitrag ist eine Forderung nach Freiheit für Palästina – aber auch eine Forderung nach Freiheit und Frieden für Israel!

Was mich erschreckt

Zahlreiche Demonstrationen gegen Israel – oder vielleicht auch wirklich nur gegen das gebären des israelischen Staates – gab es in Deutschland. Häufig waren dort Parolen zu sehen, von denen ich dachte, dass diese in Deutschland verboten wären. Auch auf Facebook musste ich mir Bilder und Zitate von Hitler anschauen und lesen, die einfach geschmacklos und geschichtsfälschend waren. Ein Posting zeigte ein Bild von Hitler mit einem (echten oder nicht echten Zitat): „…eines Tages werdet ihr mich verfluchen, weil ich nicht alle Juden getötet habe…“„Meine Meldung an FB, dass dieses Posting nicht angemessen sei, wurde übrigens damit abgetan, dass es nicht gegen die Grundsätze von FB verstossen würde – nun vlt. nicht gegen die Grundsätze von FB, aber gegen deutsche Gesetze denke ich mal schon.

Bei einseitigen oder die Wahrheit verdrehende Postings „kann“ ich oftmals nicht anders als zu kommentieren. Nun ist es mir passiert, dass einmal jemand meine FB „Freundschaft“ daraufhin gekündigt hat. „Ich solle doch bitte aufhören seine Posts zu kommentieren“! Was für ein merkwürdiges Verständnis von Meinungsfreiheit, die dieser Mensch natürlich selbstverständlich für sich selber in Anspruch nimmt. Was für ein merkwürdiges Verständnis von der Wahrheit, wenn man nur die eigene Sichtweise akzeptieren kann.
Ein anderes Mal wurde mein Kommentar gelöscht. Es ging um das Zitat von Herrn Todenhöfer, in dem er behauptet, dass seit 200 Jahren kein muslimisches Land ein westliches Land angegriffen hätte. Mein Kommentar war in etwa so: “ Lieber …. Herr Todenhöfer hat Nachhilfe in Geschichte nötig, denn Ägypten hat 1948 Israel angegriffen. Aber klar, Israel ist ja kein westliches Land. Ich finde solche geschichtsfälschende Posts nicht hilfreich.“ Auf meine PN an den Löschenden, warum er das getan hätte, war die Antwort: „Lieber Andreas, ich habe genau das gemacht, was die weltweiten Medien auch tun. Und zwar bewusst vertuschen.…“ Und dann wirft dieser FB Freund mir vor, dass ich mich täuschen lassen würde und es unmöglich wäre, wie Deutschland sich bzgl. des Konfliktes äußert. Auch hier empfinde ich totales Unverständnis – sollten die weltweiten Medien vertuschen – dann darf ich selber das auf keinen Fall auch tun. Sonst bin ich keinen Deut besser als diese. Immerhin, dieser FB Freund schloß mit dem Wunsch nach Frieden für Israel und Palästina – das ist gut.
Als letztes Beispiel, ein Jugendlicher sagt zu mir:“Da hinten sitzt …. mit dem Du Dich auf FB gezofft hast.“ Ich antworte:“Wieso gezofft? Hab ich nicht. Ich hab meine Meinung geschrieben, er seine!“ Erst einige Zeit danach kommt der Jugendliche an die Theke um selber was zu bestellen. Welches Bild hat dieser Jugendliche von mir? Welches hat er von Israel? Das macht mir Sorge.

Lösungen

Eines ist klar: solange beide, oder auch nur eine Seite zurück schauen – und herausfinden wollen, wer an was schuldig ist. Warum der das getan hat usw. wird es für diesen Konflikt keine Lösung geben. Es gibt immer ein „weil Du… hab ich“. In diesem Konflikt wurden drei jüdische Jugendliche entführt und getötet. Daraufhin wurde ein palästinensischer Jugendlicher entführt und verbrannt. Dann hat die Hamas Raketen abgefeuert…. doch der Konflikt hat doch schon früher begonnen. Also finden auch die Palästinenser einen guten Grund, warum die jüdischen Jugendlichen entführt und getötet wurden. und so weiter und so weiter.

Europa

Erstaunlich, aber ich meine Europa könnte ein gutes Beispiel geben, wie ein jahrzehntelanger Konflikt begraben werden kann. Der Hass und die Verachtung zwischen Deutschland und Frankreich, war zum Zeitpunkt des 2.Weltkrieges legendär. Und die Franzosen hätten sogar ein moralisches Recht besessen, die Deutschen mit den Füssen zu treten. Doch stattdessen, kam ein Versöhnungsprozess in Gang, der dazu führte, dass Deutschland und Frankreich brüderlich verbunden sind (die Bezeichnung brüderlich hat seine Wurzeln schon im Mittelalter – würde aber zu weit führen das jetzt auszuführen). Wie war das möglich? Es wurde nicht mehr zurück geschaut, sondern nach vorne. Nicht mehr: was hast Du mir angetan – sondern wie bekommen wir dauerhaften Frieden. Sicherlich hat die christliche Grundhaltung, dass Vergebung richtig und nötig ist mit dazu beigetragen, außerdem die Brutalität des 2.Weltkrieges und die Tatsache, dass Deutschland einfach nur am Boden war (weitere Faktoren sind: Blockbildung West und Ost und Deutschland als Puffer gegen den Ostblock ua.). Aber auch ohne diese Grundhaltung müsste es durch Intelligenz möglich sein, Schritte zu gehen (wie es im übrigen schon mal in den 90er Jahren möglich war).

Hoffnung?

Doch ist das eine Perspektive für den nahen Osten? Im Moment befürchte ich, dass es das nicht ist. Auf beiden Seiten gibt es die Hardliner, die kein Interesse an einem Frieden haben. Und leider haben diese Hardliner zuviel Einfluss. Und natürlich: es gibt eine Menge Ungerechtigkeit und Verletzungen – auch wieder auf beiden Seiten, welche eine Versöhnung schwierig machen. Doch letztlich gibt es keine Alternative zur Versöhnung.

Ergänzungen? Andere Meinung? Korrektur? Bitte kommentieren!

Sehr guter Artikel von einem Pakistani, zur Ergänzung: http://www.huffingtonpost.de/ali-a-rizvi/7-dinge-ueber-die-man-nac_b_5630553.html