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Nein, nein und nochmals nein IV – Revolution

Der folgende Artikel ist Teil IV einer Reihe auf meinem Blog.

Nachdem ich ihn nun fertig habe merke ich, dass ich nicht für einfache Wahrheiten geschaffen bin. Aber mir hat es geholfen ihn zu schreiben – und vielleicht ist es ja für den einen oder anderen Leser auch hilfreich.

Konservative Revolution

So formulierte Herr Dobrindt in einem Gastbeitrag vom 4.Januar 2018 in der Welt seine Vorstellungen von der Zukunft. Das hat Aufmerksamkeit hervorgerufen. Wobei gesagt werden muss: Das Wort Revolution kommt im Text von Herrn Dobrindt zwar vor, was er aber meint ist eher eine Wende. Frau Slomka hat Herrn Dobrindt im heute journal dazu befragt


und es gibt einige Kommentatoren, die sagen „… es sei Zeit diesem Quatsch …“ dringend zu widersprechen.

Quatsch? Quatsch.

Doch stimmt das, dass es Quatsch ist, eine bürgerlich-konservative Wende zu fordern?

Oder ist es vielleicht Quatsch, von einem bürgerlich-konservativen Quatsch zu quatschen?

In der Zeit schreibt Christian Bangel in seinem Kommentar „Welches linke Land?

„[…] Ich bin Ostdeutscher. Das Deutschland, das ich kenne, war nie links dominiert. Nicht einmal, als Rot-Grün regierte. Schon bald nach der Wiedervereinigung 1990 redeten deutsche Innenpolitiker von Überfremdung und linker Gefahr, während die regionale Presse von bulgarischen Diebesbanden schrieb, die auch noch Seuchen einschleppten. Damals hießen Aufmärsche von Neonazis oft Proteste, und als daraus Pogrome wurden, übernahm auch die SPD den Vorschlag, das Asylrecht drastisch einzuschränken. Es war pure, ratlose Angst. […]“

Damit will er nachweisen, dass es kein Deutschland gegeben habe, das man als links bezeichnen könne.  Das ist fast so, also ob die Anwesenheit von Dummheit an einer Schule ausschließen würde, dass diese Schule viele hochintellektuelle Schüler hat. Immer alles eine Frage der Wahrnehmung.

Was ist bürgerlich-konservativ?

Zunächste einmal gefällt mir der Begriff bürgerlich-konservativ nicht. Das hört sich alt, grau, schimmlig an. Prüde, rückwärtsgewand, langweilig.

Viele Linke (sorry für den Begriff) bekommen bei diesem Begriff vermutlich Pusteln auf dem ganzen Körper. Sie – und mit ihnen viele „normale“ Bürger in Deutschland – denken dabei daran, dass die  Frau an den Herd gehört, an Prügelstrafe in den Schulen, dass Karriere für Homosexuelle unmöglich sind usw.

Und wenn das mit  einer „bürgerlich-konservativen Wende“ gemeint wäre, dann würde ich zu den Forderungen von Herrn Dorbrindt auch sagen: Quatsch,  bloß nicht.

Wir brauchen eine Wende

Allerdings bin ich der Überzeugung, dass wir eine Wende benötigen. Eine Wende, die Freiheit schafft.

Wenn Frau möglichst bald wieder „ins Geschäft“ gehen soll und das Kind in die Krippe – dann ist das keine Freiheit. Denn wenn eine Familie beschließt, dass ein Elternteil zuhause bleibt – dann wird das in vielfältiger Weise bestraft. Rente wird weniger, Einkommen sowieso und die Blicke der „arbeitenden Mütter“ sprechen Bände.

Möglichkeiten

Es muss möglich sein zu sagen, dass wir nicht alle Menschen aufnehmen können, die gerne nach Deutschland kommen wollen, ohne dafür als Nazi beschimpft zu werden. Aber es muss verdammt nochmal auch möglich sein ein Einwanderungsgesetz zu formulieren.

Es muss möglich sein, die Ehe für gleichgeschlechtliche Paare für falsch zu halten, ohne deshalb als Homophob zu gelten.

Selbstverständlichkeiten

Es muss selbstverständlich sein, dass man über ungeborenes Leben nicht einfach bestimmen kann – nur weil es „zufällig“ im eigene Bauch heranwächst.

Es darf nicht sein, dass ein (ganzer) Industriezweig die Leute bescheisst, und die zuständige Behörde nichts tut, wie das beim sogenannten Dieseskandal (und auch in anderen Fällen) passiert ist.

Es darf nicht sein, dass man meint es wäre in irgendeiner Weise hilfreich, wenn man Asylbewerbern die Leistungen kürzt oder standartmäßig das Alter feststellen läßt.

Wende ja – aber…

So könne ich jetzt weiter machen – und ich hoffe es wird deutlich – wir brauchen eine Wende, aber diese Wende ist nicht in Links oder Konservativ oder wie auch immer zu benennen.

Vielmehr benötigen wir eine Revolution in der Kommunikation miteinander und in der Art und Weise wie wir mit unterschiedlichen Meinungen um gehen und wie wir  – vermeintlich – radikale Positionen behandeln.

Was wir definitiv nicht brauchen, ist eine Revolution von einer Minderheit – oder einer geringeren Mehrheit. Denn große Veränderungen benötigen immer  eine große Mehrheit. Wenn es diese nicht gibt, dann müssen zwingend Kompromisse geschlossen werden, in denen die unterschiedlichen Meinungen und Positionen in guter Weise aufgenommen werden.

Wo Dobrindt recht hat

Ich denke Dobrindt und die CSU hat insofern durchaus Recht, dass es viele Themen in Deutschland gibt, in denen eine Minderheit bestimmt oder bestimmt hat, was sein darf und was nicht. Menschen mit andere Meinung werden massiv bedrängt oder aus Positionen verdrängt. So etwas dürfen wir uns nicht länger erlauben.

Anderer Meinung? Bitte kommentieren.

Zusammenfassung der sieben Thesen von Herrn Dobrindt in der Bild