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Geschichte wiederholt sich nicht – oder doch?

Ich zögere – kann und darf ich so einen Blogbeitrag veröffentlichen? Das könnte missverstanden und fehlgedeutet werden. Dennoch tue ich es, weil ich es für wichtig halte nicht einfach nur zu schweigen.

Um was geht es? Um Kobane – und eigentlich um das Verhalten unserer Politiker, und darüberhinaus auch das Verhalten des deutschen Volkes um das Verhalten von Dir und mir. Wenn ich Nachrichten schaue und dort über die Situation in Kobane (Syrien) berichtet wird, dann überkommt mich immer mehr ein Gefühl der Wut, der Ratlosigkeit und des Unverständnisses angesichts unserer zögerlichen und ängstlichen Politiker. Da kämpfen einige schlecht ausgerüstete Kurden, gegen einen übermächtigen Gegner – der nach meiner Meinung, fraglos auch die europäische Welt bedroht (oder früher oder später bedrohen wird). Doch was wird getan? Die Türkei fährt Panzer auf, die aber an der Grenze stehen und nur zuschauen. Einige wenige Länder unter Führung der USA versuchen immerhin mit Luftschlägen, die Kurden zu unterstützen. Im Moment scheint der Gegner, zumindest für uns im Westen, nicht besonders furchterregend  zu sein. Der IS ist von den USA unterschätzt worden – sagte Präsident Obamah vor kurzem – und ich befürchte, er wird noch immer unterschätzt – nicht nur von den USA.

Wie war das in der Geschichte?

Es ist schon ein paar Jahre her – Anfang des 20. Jahrhundert hat sich Deutschland unter Führung der Nazis, klamm und heimlich unterschiedliche Gebiete „unter den Nagel“ gerissen. Das Saarland, Sudentendeutschland, Österreich… die Siegermächte des 1.Weltkrieges haben geschimpft, gedroht – aber letztlich gezögert, gegen Deutschland entschlossen vorzugehen. Niemand wollte nach dem Schrecken des 1.Weltkrieges einen weiteren Krieg riskieren. Hätte man gleich zu Beginn eine breite Allianz gegen Deutschland geschmiedet, die entschlossen den Vorgängen gewehrt hätte, dann wäre es vermutlich nicht zum 2.Weltkrieg gekommen, dann hätte es vielleicht keine Konzentrationslager gegeben in denen die Endlösung der Judenfrage betrieben wurde usw.

Was hat das mit heute zu tun?

Im Moment ist der IS sicherlich noch nicht stark genug, um Europa wirklich gefährlich zu werden. Aber mit jedem Tag, an dem der IS Erfolge vermelden kann, wird sich das Unterstützerpotential verstärken. Anstatt jetzt entschlossen vorzugehen, zögern die Politiker und ermöglichen so das Fortbestehen und Wachsen, bzw. Stärker werden des IS. Klar will niemand (eigene) Soldaten in einen Krieg schicken, der nicht wirklich zu berechnen ist und auch die Folgen bzgl. evtl. Terroranschläge sind nicht vorher zu sehen. Doch es ist nicht unwahrscheinlich, dass der IS zu einer ernsten Bedrohung wird, und dann  wird der Einsatz von Soldaten unausweichlich, mit weit schlimmeren Folgen und Auswirkungen, als das jetzt der Fall wäre.

Kann man wirklich die Situation heute mit der vor dem 2.Weltkrieg vergleichen?

Natürlich ist es keine 1:1 Situation. Es gibt Unterschiede, aber auch große Ähnlichkeiten, wie bereits oben beschrieben. Niemand, ich schon gleich gar nicht, weiß wie sich die Situation weiter entwickelt, aber ich meine gute Gründe zu sehen, dass die Entwicklung gefährlich ist.

Was ist das Problem?

Es ist ein Dilemma. Ein Politiker, der jetzt seine Armee eingreifen lässt und dabei „Verluste“ von Menschenleben beklagen muss, kann einpacken. Die Stimmung in der Bevölkerung in Deutschland ist eindeutig. Das deutsche Volk will mit Krieg nichts mehr zu tun haben. Und auch in anderen europäischen Ländern scheint das die grundsätzliche Devise zu sein. Das ist alles verständlich und nachvollziehbar. Ich will das auch nicht. Niemand will seinen Sohn (oder inzwischen auch Tochter) verlieren, weil diese in einem Krieg ihr Leben riskiert haben.

Aber dürfen wir zuschauen – oder auch wegschauen – wenn ein Terroregime wie der IS, gegen eine (fast überall) unterdrückte Minderheit, wie die Kurden einen Krieg führt, den die Kurden nicht wirklich gewinnen können? Machen wir uns nicht mitschuldig, wenn wir nicht eingreifen? Und wäre es nicht besser, der noch nicht ausgewachsenen Schlange IS, jetzt den Kopf zu zertreten?

Der IS kämpft gegen Alle, die sich ihm nicht anschließen. Frei nach dem Motto: wer nicht für uns ist, ist gegen uns. Er tötet Christen und auch Muslime! auf grausame Weise, schert sich nicht um Menschlichkeit, Verträge, Grenzen usw.

Ich denke, wir dürfen nicht unsere Augen schließen und fordere unsere Regierung und die NATO auf, alle nötigen Schritte zu tun um weitere Massaker zu verhindern.

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