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Männer

Mehr Frauen in die Vorstände der großen Betriebe – notfalls mit einer Frauenquote. Männer sterben früher, weil sie nicht auf die Stimme ihres Körpers hören. Selbst so Titel, die eine Differenzierung zwischen Männern und Frauen vorspiegeln, hauen den Männern noch eins drauf: „Warum Männer nicht zuhören und Frauen schlecht einparken“ ist da nur ein Beispiel.

Wir Männer kommen gesellschaftlich zu schlecht weg. Typische männliche Verhaltensweisen werden gesellschaftlich verachtet, schlecht geredet, nicht toleriert. Damit meine ich nicht das sogenannte Machohafte auftreten einiger meiner „Artgenossen“ – sondern ganz alltägliches, wie wenig(er) reden, höhere Risikkobereitschaft, mal laut werden…

In den letzten Monaten habe ich einige Artikel dazu gelesen und möchte in diesem Blogbeitrag eine Zusammenfassung bzw. Resümee ziehen.

Für den interessierten Kurzleser hier die Thesen in Kurzform:

1. Statistische Unterschiede zwischen Männern und Frauen müssen anerkannt werden. Männer sind anders und Frauen auch – und das ist gut so! Gleichmacherei ist nicht hilfreich – so wenig wie starre Rollenbilder.
2. Viele Männer haben ein Problem mit den völlig Widersprüchlichen Erwartungen, welche die Gesellschaft, die (Ehe-)frauen etc. an sie haben. Viele flüchten deshalb in sogenannte „Männerphantasien“-> Filme und PC Spiele in denen ihre „Männlichkeit“ gefragt ist.
3. Dass Frauen meinen besser zu wissen was gut für uns Männer ist, nervt und ärgert. Sicher können Männer von Frauen viel lernen – umgekehrt aber auch!
4. Die gesellschaftlich und politische Bewertung von bestimmten Rollenbildern ist das eigentlich problematische. Es gilt als gut, wenn eine Frau einen Vorstandsposten anvisiert. Es gilt als Altbacken und Rückwärtsgewandt, den Beruf aufzugeben(ruhen zu lassen) und sich den Kindern zu widmen.

So nun etwas ausführlicher:

Erstaunlich ist ja, dass es eine starke Bewegung gibt, die versucht die Meinung zu diktieren, dass das Geschlecht alleine gesellschaftlich definiert wird. Natürlich haben die meisten Menschen ein biologisches Geschlecht, aber das hat, so die Meinung dieser Meinungsmacher, keine Auswirkungen darauf, wie ein Mensch sich entwickelt. Das biologische Geschlecht ist unwichtig, Bedeutungslos. Die gesellschaftlichen Geschlechterunterschiede sollen daher minimiert werden sollen. Im Fachjargon heißt das Gender. Mehr dazu im m.M.n. guten Genderartikel auf Wikipedia. Das Problem dabei ist, dass das nicht alles völliger Unsinn ist – aber die Wahrheit, die darin steckt so vereinfacht und verabsolutiert wird, dass das Mädchen mit dem Jungen aus dem Bad geschüttet wird 🙂

Dazu bzw. dagegen, eine interessante Untersuchung, die folgendes feststellt:

Bei Männern ist das räumlich-visuelle Vorstellungsvermögen statistisch gesehen etwas besser ausgeprägt als bei Frauen. Der statistische Unterschied ist allerdings sehr viel geringer, als die „Begabungsunterschiede“ innerhalb des jeweiligen Geschlechtes. D.h. es gibt viele Frauen, die Männern im räumlich-visuellen Vorstellungsvermögen überlegen sind. Würde man nun Männer und Frauen im räumlich-visuellen Vorstellungsvermögen einem Test unterziehen, dann ergäbe das in etwa folgende Kurven:

Der Unterschied ist zwischen den Geschlechtern nicht sehr groß. Es gibt Frauen, die deutlich besser abscheiden als Männer, aber statistisch sind es, bei einem angenommenen Limit, doppelt so viele Männer als Frauen, die dieses Limit überschreiten. Das bedeutet, wenn es für die Zulassung zu einem Studium nötig ist, eine bestimmte Punktzahl zu erreichen können solche kleinen Unterschiede einen wesentlichen Unterschied in der Anzahl der studierenen Männer und Frauen ausmachen.
Die Gesellschaft neigt nun dazu, durch die Überlappung beider Gruppen diese Unterschied zu unterschlagen, für belanglos zu erklären oder zu nivellieren. Auch eine Frau, kann eine gute KFZ Mechanikerin sein. Stimmt, aber wenn alle Männer und Frauen KFZ Mechaniker werden würden, wären die Männer wohl „überlegen“. Und wenn die Unterschiede nicht unterschlagen werden, dann werden sie im Gegenteil simplifiziert und strikt in männlich und weiblich eingeteilt. D.h. ein Mann, der eben ein weniger gutes räumlich-visuelles Vorstellungsvermögen hat, gilt dann als „unmännlich“, oder in einem einfacheren Beispiel: ein Mann der viel redet ist eigentlich gar kein richtiger Mann.

Es ist sehr wichtig, statistischen (und biologische) Unterschiede anzuerkennen und auch wertzuschätzen. Gleichzeitig sollte man darauf achten, männliche Identität eben gerade nicht an bestimmten Fähigkeiten oder Äußerlichkeiten fest zumachen.

Doch was macht nun einen Mann zum Mann? Welche Eigenschaften hat er, oder eben auch nicht. Oder woran kann man einen Mann festmachen – neben den biologischen Merkmalen?
Wie werden aus Jungen Männer?

Männer setzen sich mit ganzer Kraft für eine Sache ein. Nehmen dabei wenig Rücksicht auf eigene Bedürfnisse, oder Bedürfnissen von Menschen, die nicht mit der Sache identisch sind. Männer wollen Helden sein. Sich aufopfern. Sie wollen sich messen – mit anderen Männern, oder mit „Maschinen“. Männer wollen gewinnen – manchmal um jeden Preis. Männer stehen zu einer Sache, von der sie überzeugt sind. Sie ertragen Gegenwind. Männer sind leicht reizbar, und nach einer (körperlichen) Auseinandersetzung bereit und fähig, wieder „normal“ miteinander um zu gehen.

Die Initiationsforschung bei Völkern, die noch aus Jungs Männer machen, zeigt deutliche Parallelen zur Männergruppe Jesu (genannt Jünger).

Als Gott den Menschen schuf, schuf er zwei – einen Mann und eine Frau. Und obwohl sie einander ähnln, beide Ebenbild Gottes sind (oder vielleicht auch nur zusammen Ebenbild Gottes), sind sie so unterschiedlich wie Hund und Katze. Vielleicht hilft es uns, das Wesen von Männlichkeit zu verstehen, wenn wir bedenken wo(für) Männlichkeit gut ist – bzw. wann es auffällt, wenn sie fehlt.

In einer Ehe braucht es Männlichkeit, weil sich die Frau einen Mann wünscht und keinen passiven, resignierten, superweichen Jungen.
In einer Familie braucht es Männlichkeit, weil Jungs und Mädchen Väterlichkeit brauchen – und wenn diese fehlt, dann bleiben die Kinder (sehn)süchtig an ihrer Mutter hängen.
In der christlichen Gemeinde braucht es Männlichkeit, weil es sonst an Klarheit, Sendung und Konsequenz fehlt.
In der Schule braucht es Männlichkeit, weil es sonst an innerer Ordnung und Disziplin fehlt.
Zur Funktion eines Staates braucht es Männlichkeit, sonst fehlt es an Tatkraft.

„Viele Frauen dringen heute in männerdominierte Berufe ein und erlernen diese einst eher klassisch männlichen Tugenden besser als die vaterarm unter Frauen aufgewachsenen Männer, die sie umgeben. Sie sind es dann, die ihre Männer […] ins [Männer]Seminar schicken, damit sie „endlich mal Mann werden“ und sich ein wenig „entmuttern“.“ Hans-Peter Rösch in Weisses Kreuz, Ausgabe 1/2012, Nr.49, S.4

Wenn allerdings das Weibliche fehlt, dann fehlt die Liebe, dann geht es nur noch um Macht, Rivalität, Geld und Sex. Männlichkeit und Weiblichkeit werden erst in der Ergänzung, zu dem was sich Gott eigentlich gedacht hat. In 1.Korinther 11,11 drückt Paulus das so aus: Doch in dem Herrn ist weder die Frau etwas ohne den Mann, noch der Mann etwas ohne die Frau.

Viele Männer flüchten aus der feminisierten Welt in die virtuelle Männlichkeitsphantasien von PC-Spielen oder entsprechenden Filmen. Dort können sie Helden sein, die Welt verändern, Ungerechtigkeit bekämpfen, ein Abenteuer erleben. Für viele Männer bedeutet Männlichkeit, ihre Muskeln zu trainieren, einer Fußballmannschaft anzugehören, täglich einige Überstunden bei der Arbeit zu machen. Männer wollen sich auspowern – egal in welchen Bereichen. Doch dass Männlichkeit viel mit Vatersein zu tun hat, ist ihnen nicht bewußt. Ihr Vater hat es ja schließlich auch so gemacht. Wenn eine Frau aber, ihrem Mann diese Männlichkeitsidentitäten missgönnt, madig macht oder einfach verbietet – braucht sie sich nicht zu wundern, wenn ihr Mann immer unmännlicher wird. Fehlt die Identitätsmöglichkeit, geht das Wenige verloren, was noch bewahrt wurde.

Eine große Stärke von Männern ist ihre Leidenschaft. Sich einer Sache ganz und gar zu verschreiben. Man kann diese Leidenschaft nicht ausrotten, sondern lediglich transformieren, z.B. in einen leidensschaftlichen Vater, Ehemann, Mann Gottes.

Auf der einen Seite wollen (viele) Frauen eine männlichen Mann. Auf der anderen Seite verbieten sie ihm jedes harte männliche Wort zuhause. Frauen erziehen die Kinder und beklagen sich über das Nicht-erziehen der Männer. Und tatsächlich wollen sich viele Männer auch „raushalten“. Aber mancher Mann wird auch davon abgeschreckt sich einzumischen in die Erziehung – weil die Frauen den männlichen Erziehungsstil nicht akzeptieren. Männer erziehen anders, und das muss erstmal akzeptiert werden – vor allem von Frauen.

Der perfekte Mann heute muss ein Zwitter sein:
er ist zart und stark, er hat viel Geld und viel Zeit, er ist ritterlich und schmeißt auch gleich noch den Haushalt, er tägt seine Frau auf Händen und weiß wo es lang geht,…eine Frau hat an ihren Mann eine große Menge Anforderungen. Der Mann hat nur zwei Ansprüche: Respekt und Sex. Das ist nicht witzig? Mag sein, aber es enthält eine Menge Wahrheit.

„Als Gott die Frau als sein letztes Schöpfungswerk erschuf, legte er sich wohl noch mal voll ins Zeug: Er packte so viel Tiefgründiges, Mystisches, Vielschichtiges von seinem Wesen hinein und befahl dem Mann, ihr anzuhangen, damit er von ihrer emotionalen Intelligenz ein bisschen partizipieren könnte. Da aber so viel weibliche Vielschichtigkeit beträchtliche Dokumentenverwaltung benötigt, mahnt er wenig später schon nachbessernd an, dass der Mann sein einfache, linienhafte Struktur durchaus zur Hand nehmen und die Frau ein bisschen führen möge! Interessanterweise steht das „Geführt-Werden“ durchaus auf der Wunschliste der Frauen obenan, aber dezent und unauffällig soll das sein – Machotum ist generell out.“  Hans-Peter Rösch in Weisses Kreuz, Ausgabe 1/2012, Nr.49, S.5

Kennen Sie Ice Age 3? Da erklärt das Mann-Mammut seiner Mammut-Frau, wie Männer miteinander reden, wenn es Probleme gibt.
Sie:“Red doch mal mit ihm.“
Er:“Männer reden nicht miteinander über ihre Probleme. Wir hauen uns stattdessen auf die Schulter.“
Sie:“Ist ja bescheuert.“
Er:“Für eine Frau. Für einen Mann ist das wie eine 10jährige Therapie.“
Das ist witzig zum Anschauen, und anhören – aber es ist auch eine Menge Wahrheit drin. Das ist nicht einfach nur gut, dass Männer so sind, so ticken – aber es ist auch nicht einfach nur schlecht. Es funktioniert ja auch oft. Tatsache ist: Ein Mann geht erst zum Seelsorger, wenn er kurz vor dem Abgrund steht. Und ein Mann hat einen anderen Umgang mit „seinen“ Problemen oder Fragen. „Männer werden heil im Gehen, Frauen mehr im Sitzen! Männer lernen nämlich anders als Frauen – sie gucken einfach voneinander ab. Sie schauen zu, wie ein anderer geht.“ Hans-Peter Rösch in Weisses Kreuz, Ausgabe 1/2012, Nr.49, S.6
Die Schlussfolgerung ist einfach. Ein Junge braucht einen Mann, den er kopieren kann. Damit aus einem Jungen ein guter Mann wird, braucht er ein gutes Vorbild. Damit er Gottesfürchtig wird, einen Gottesfürchtigen Mann als Vorbild. Jesus hat es vorgemacht. Er hat drei Jahre lang eine 12köpfige (oder auch 72köpfige) Männergruppe gleitet. Diese Wenigen haben dann die Welt verändert. Damit aus unseren männlichen Kindern gesunde Männer werden, braucht es in den Familien und den „Erziehungsstätten“ wieder mehr gesunde Männer. Nur 2,8% der Pädagogen in Kindergärten und Grundschulen sind Männer! Wo bleiben da die männlichen Vorbilder?

„Männerspiritualität hat immer etwas mit einer Wunde, einem schweren, aber gangbaren Weg, mit Gefährten und einem hohen Ziel zu tun, sich für andere und diese Welt hinzugeben. […]Mit Sicherheit können wir Männer unsere Probleme auf psychologischem Weg gar nicht 100% gelöst bekommen. Seelsorge – so nötig sie oft ist – ist im Kern nicht der Weg der meisten Männer. Stattdessen müssen wir einfach wieder anfangen ,männlich u leben – es dem tollsten Mann auf dieser Welt, Jesus, nachmachen!“ Hans-Peter Rösch in Weisses Kreuz, Ausgabe 1/2012, Nr.49, S.6

Wie schon zuvor geschrieben, kann man Mannsein nicht anders erlernen als am Vorbild. d.h. es braucht Gruppen von Männern für Männer, von Männern für Jungs. Und Entdeckung von Männlichkeit hat immer etwas mit Schmerz, erfahrenem Leid und persönlicher Härte zu tun. In der Pupertät muss der Junge lernen Verantwortung zu übernehmen. Verantwortung für sich selbst, für das eigene Vorankommen, für Andere. Mütter (und Väter die sich zu sehr an der femininen Seite des Menschen orientieren) sind in der Versuchung dem Jungen alles abzunehmen. Der Vater sagt aber: was nicht tötet härtet ab! Du wirst nicht sterben und danach bist du ein Mann den man akzeptiert. „Viele Männer steigen aus diesem Prozess aus und vergnügen sich fröhlich weiter, sie spielen mit Frauen, anstatt sie zu heiraten, sie studieren ewig rum, anstatt sich einen Platz in der Welt zu nehmen, sie betäuben ihren Schmerz mit Saufen, Fußballgucken oder exzentrischer Abenteuersuche, anstatt mal wenigstens ihre Wunde zu lecken oder geschweige denn zu transformieren.“ […] In allen Völkern, die ihre Jungs noch initiieren, weden Jungs gewissen körperlichen Schmerzen und seelischen Qualen ausgesetzt. Sie bauen Nähe zu weisen Männer auf, die an sie glauben und so wird aus dem Vertrauen des Vaters ein Sohn, der anderen und dem System vertraut, anstatt es in die Luft sprengen zu wollen. Aus dem Vertrauen des Vaters, dass alles gut wird, erwächst Selbstvertrauen. Weil man ihnen glaubt, können sie auch an sich glauben.“ Hans-Peter Rösch in Weisses Kreuz, Ausgabe 1/2012, Nr.49, S.7

Noch ein paar Sätze zur Gleichberechtigung von Männern und Frauen:
Woran liegt es, dass die Politik sich überlegt eine Frauenquote bei Vorstandsposten einzuführen, nicht aber eine Männerquote bei Erziehungsberufen? Die Frauen-Quote in Vorständen liegt im Moment bei unter 3% – und ist damit so hoch wie die Männerquote in Erziehungsberufen mit Kindern unter 10 Jahren. Was ist wie wichtig bewertet und warum? Warum ist es wichtig mehr Frauen in Vorständen zu haben, aber nicht wichtig mehr Männer in Erzieherberufen? Was versprechen sich Diejenigen, die eine Frauenquote bei Vorstandsposten fordern davon? Liegt es daran, dass ein Vorstandsposten als wichtig erachtet wird, während ein Erzieherposten Bedeutungslos ist? Die Anwesenheit von Männern, gerade in den ersten 10 Lebensjahren als Erzieher und Vorbilder ist sehr wichtig – nicht nur für Jungs. Doch dieser Erkenntnis entzieht sich die Politik – sie ist nicht politisch korrekt.
Ist es für eine Frau erstrebenswerter einen Vorstandposten zu haben, als zuhause zu sein, um Kinder zu „anständigen“ Menschen zu erziehen? Ich meine damit nicht, dass die Zuhause Erziehungsaufgabe unbedingt von einer/der Frau ausgeübt werden muss. Sondern ich frage nach der Wertigkeit, die ein bestimmter „Beruf“ in unserer Gesellschaft hat. Eine Frau/ein Ehepaar, dass sein drei Monate altes Kind in eine Krippe bringt, um wieder arbeiten zu können (oder weil sie es müssen) gelten als modern/ postmodern. Eine Frau, die bewusst auf die Ausübung ihres erlernten Berufes (erstmal) verzichtet, um sich um die Kinder (und den Mann) zu kümmern, als rückständige Antifeministin. Wie absurd. Die Frage muss immer sein: Was ist gut für die Kinder, die Gesellschaft, die Familie! Und da bin ich total überzeugt, da kommen anderen Wertigkeiten und Ergebnisse raus.