Feindesliebe

Vor einigen Tagen wurde ich vom Anruf eines Mitarbeiters des Makarios erreicht. Er teilte mir mit, dass jemanden unseren Briefkasten am Makarios „in die Luft gesprengt“ hatte und er die Einzelteile eingesammelt und ins Büro gelegt habe. Das war kurz vor dem Jahreswechsel. Und das hat mich mal wieder bestätigt, dass Silvester eines von wenigstens drei Festtagen ist, die unnötig sind.

Als ich kurze Zeit später am Makarios ankam und den Schaden betrachtete, war ich heilfroh, dass ich vorgewarnt worden war. Der Briefkasten sah so aus:

29.12.2012
Makarios Briefkasten am 29.12.2012

Dies veranlasste mich, folgenden Facebookeintrag zu verfassen:

„Soll das lustig sein, oder was? Da sprengt jemand unseren Briefkasten in die Luft! Das ist Sachbeschädigung und außerdem ärgerlich…ich hätte gute Lust das Makarios heute geschlossen zu lassen – schließlich kostet mich das wieder zwei Stunden um den Schaden zu reparieren – bzw. den Briefkasten zu ersetzen… 100 Euro Belohnung für den oder diejenigen, die mir sachdienliche Hinweise liefern, die zur Ergreifung der Schuldigen führen! Und dass das niemand falsch versteht: diese 100 Euro hol ich mir von den Schuldigen wieder und noch mehr.“

Daraufhin gab es folgende Kommentare:

„Wer macht soeinen Schei?“
„Deppen. Die tun sich nur selber ans Bein pinkeln….
„Versteh‘ Dich gut! Absolut richtige Reaktion. Viel Erfolg und trotzdem ein gutes Neues Jahr“
„oh man!!:(“
„scheise“

[alle Schreibweisen original]

Leider konnte ich den Tätern nicht habhaft werden. Die Tatsache das diese Unverschämtheit vermutlich mal wieder ohne Folgen für die Täter, aber umso mehr für die Opfer (ich) sein würde machte mich richtig wütend. Schließlich bedeutet das mal kurz einige Stunden Aufwand um einen neuen Briefkasten zu besorgen und an zu bringen. So war ich mehrmals versucht die Leute zu verfluchen – hätten mich nicht die Bibelworte: Wisst ihr nicht wessen Geistes Kinder ihr seid? (Lk.9,55) und  …segnet und flucht nicht (Römer 12,14) davon abgehalten.

Als ich dann mal wieder mein Magazin von Open Doors las, war ich zutiefst beschämt. Dort erzählt ein Mitarbeiter von Open Doors über die Christen in Nigeria und den Anschlägen von Boko Haram, einer islamistischen Sekte. Als vor einiger Zeit dort eine Kirche während des Gottesdienstes von dieser Sekte überfallen wurde, wurden 18 Gemeindemitglieder getötet und 22 schwer verletzt. Die Pastoren predigen ihren Mitgliedern die Feindesliebe und Vergebung, doch es wird immer schwieriger, weil vor allem junge Christen Vergeltung wollen.

Ein Zitat: „Als der Pastor einer […] Kirche dazu aufrief, Muslime zu lieben, wurde seine Predigt mit Zwischenrufen unterbrochen: „Das können wir nicht!“ rief ein junger Mann. Andere stimmten ihm zu. Der Pastor fragte den Mann, wer Jesus für ihn sei. „Mein Herr und Erlöser“ antwortete er. – „Und was bedeutet es, wenn er dein Herr ist?“ – „Dass mein Leben ihm gehört.“ –  „Glaubst du alles, was in der Bibel steht?“ – “ Ja, jedes Wort.“ – Dann gilt für dich auch Jesu Gebot der Feindesliebe,“ sagte der Pastor. Der junge Mann schwieg.

Was ist ein Briefkasten, gegen das eigene Leben?

Ich will täglich beten, dass meine Brüder und Schwestern, die unter Verfolgung leben, mit der Liebe Jesus für ihre Peiniger erfüllt werden. Und ich bete für die Briefkastenzerstörer, dass sie ihre Tat bereuen und Jesus kennen lernen.

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